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Motivation zum Wiedereinstieg

Das Bloggen letzte Woche hat mir seelisch sehr gut getan. Ich musste meine Traurigkeit irgendwie verarbeiten und für mich selbst einen Abschluss formulieren. Das Ordnen meiner Gedanken und Aufschreiben empfand ich als sehr befreiendes Erlebnis. Das ist Motivation genug diesen Blog wieder aufleben zu lassen und mich einem Thema anzunehmen, welches ich vor zweieinhalb Jahren schon einmal begann und jetzt wieder aufgreifen möchte.

Reflexion des Ausstiegs

Ich habe mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wieso mir das Diäten im letzten Jahr so schwergefallen ist und wie es dazu kam, dass mir in diesem Jahr keine ernsthaften Abnahme-Ergebnisse gelangen. Die Stammtischlösung hieße wohl einfach: „Er hat zu viel gegessen, er muss wieder weniger essen!“ Allerdings verdient man mit dieser Aussage nichts und der Weg weiter abzunehmen ist somit auch nicht zu beschreiten. Ich habe nach einer richtigen Ursache gesucht und die Lösung in meinen Blogzeichnungen gefunden. In meinem ersten Jahr ging das Gewicht wirklich rasant runter, in der ersten Hälfte des zweiten Jahres schon nicht mehr, da nahmen die Schwankungen zu, daraus entwickelte sich ein Stoppen und schließlich auch eine Zunahme in diesem Jahr. Die Ursache ist zwischen den Zeilen zu finden. Zu Beginn meiner Aufzeichnungen ging ich mit einer Perspektive für die Zukunft ran, etwas Anderes blieb mir nicht übrig, denn ich hatte keine Erfolge vorzuweisen. Irgendwann kippte allerdings die Stimmung und es bildete sich eine Erwartungshaltung aus. Ich verglich den aktuellen Erfolg nur noch mit vergangenen Erfolgen und wurde beim Diäten sehr technokratisch. Das ist eine richtige Blickpunktumkehr gewesen. Vom Blick nach vorne der Blick rückwärts. Am Anfang die Fixierung auf das ganz große Ziel: Den Pilotenschein, leichteres Leben. Dann aber die Fixierung auf: Warum geht es nicht mehr so gut, es hat doch vorher auch geklappt. „Ich muss weniger Essen, ich muss dieses und jenes Probieren, ich muss wieder erfolgreich sein…“ Dazu kamen ab einem Punkt die Frustration und schließlich auch das Resignieren.

Metaphorische Problemfallbeschreibung

Ich habe meinem Blog den Untertitel: „Der schwere Weg einer 100 kg Abnahme“ gegeben. Einen Weg muss man gehen und wer geht, der steht ständig auf einem Bein über dessen Fuß er den Schwerpunkt seines Körpers verschiebt. Ich stelle mir vor, wie man auf ein Bein steht und das Gleichgewicht halten muss in einem Moment des Gehens. Schaut man in diesem Moment nach vorne und hält den Blick fixiert, dann gelingt der Stand ohne Probleme. Nun schaue ich zurück und suche für irgendwas eine Ursache: Der Stand wird instabil und ich muss ständig meinen Schwerpunkt neu ausbalancieren. Schließlich ist das extrem Ineffizient und man fällt irgendwann zur Seite. Ich liege gegenwärtig auf der Seite.

Gegenwärtig

Ich befinde mich an einem Punkt, dass ich 149,9 kg wiege und das ist nicht so gut für mich, obwohl ich es geil finde, dass es keine 150 kg sind oder es darüberliegt. Allerdings habe ich mein zweites Ziel überschritten. Ich möchte einen Neustart wagen, mich wieder auf ein Ziel in der Zukunft fixieren und dass was gewesen ist einfach ausklammern, wenn auch nicht vergessen. Denn es gab ja Erfolge und diese Erfolge waren riesig. Ich muss also als nächstes wieder mein Ziel 2 erreichen und circa 800 g abnehmen. Als Belohnung habe ich mir überlegt: Ich brauche für mein Fahrrad dringend neue Schutzbleche und auch einen neuen Vorbau. Im Moment fühle ich mich nicht so wohl. Ich merke beim Atmen, dass ich 10 kg mehr verdrängen muss. Ich bin beim Radfahren nicht mehr so angriffslustig. Das Treppensteigen fällt mir schwerer. Die Hosen sitzen knapper und die Hemden auch. Der nächste Schritt ist das nach vorne Schauen wieder zu erlernen. Ziele prüfen und auch die Relevanzen zu bestimmen. Ich muss wieder einen Wunsch, einen Traum entwickeln, an dem ich mich fixieren kann. In der folgenden Woche werde ich wieder auf mein Gewicht achten und auch auf das Essen, aber nur im zweiten Rang. Vorrang hat in dieser Woche erstmal das Blicken und fixieren nach vorne, denn die Lage muss noch etwas übersichtlicher werden.

Jessie ist nun weg

Die Jessie ist die Nacht auf heute im Krankenhaus gestorben, die erlösende Nachricht kam heute Morgen aus dem Krankenhaus. Zu Begreifen bleibt schwierig, wieso ein junger Mensch von nur dreiunddreißig Jahren einen Schlaganfall bekommt und binnen zehn Tagen stirbt. Das ist ein riesengroßer Schock und auch ein Gefühl der Ohnmacht – als Mensch kann man eben längst nicht alles gestalten und abhandeln, wie es gerade beliebt. Eine Linie kann man aber um sich herumziehen, ein Ziel setzen und innerhalb dieses Einflussbereichs wirken.

Es gibt eine Zeit zum Leben und es gibt eine Zeit zum Sterben. Rückt die Zeit zum Sterben näher gibt es, glaube ich, kein Verhandeln mehr, da kann man nicht mehr nur einen Augenblick länger rausschlagen, man muss dann bereit sein. Aber es gibt auch die Zeit zum Leben und in dieser Zeit ist vieles zum Aushandeln und auch zum Bestimmen möglich.

Oft, sehr oft machen es sich die Menschen untereinander unnötig schwer. Sie wollen einfach nicht wahrhaben, dass ihr eigener Einfluss nur begrenzt ist, sie fordern für ihre Ideen und ihre Interessen einen universellen Charakter, anstatt Ideen und Interessen zu teilen werden sie den anderen in einem Akt des Überstülpens aufgezwungen. Dieses Gehabe hat mich in den letzten Tagen wirklich angekotzt. Ich habe viele Freunde in meinem Umfeld, die waren ganz nett zu mir, boten das Gespräch an und noch wichtiger, einfach ihr offenes Ohr. Auf der anderen Seite gab es aber auch Freunde, die als nur noch der Trost angemessen war die Hoffnung anboten, vermutlich aus dem Selbstschutz heraus.

Als dürfte man sich nicht mit einem nahenden Ende auseinandersetzen, als wäre die Kapitulation vor dem Unausweichlichem eine Charakterschwäche. Als müsse man sich allen Ernstes bei einem irreparablen Zentralhirn Sachen wie die Radtour in der nächsten Saison ausdenken. Interessant auch diese kleinbürgerliche Ursachenforschungen a la: „In Amerika gibt es eine Welle von Schlaganfällen wegen der Anti-Baby-Pille!“ Schade, dass man selbst innerhalb der eigenen Familie auf solche Fährten gesetzt wird. Das schlimme ist ja, diese Leute fühlen sich dann noch beleidigt und an meiner individuellen Trauerarbeit unzureichend beteiligt, wenn man sie zurecht abwürgt und nicht zum Ende kommen lässt. Hätten sie sich rausgehalten, wäre es besser gewesen, denn eigentlich kannten die meisten dieser Experten weder Jessie noch meine Freundschaft zu ihr.

In den kommenden Tagen muss ich das Thema noch abhaken aber dann will ich auch wieder das Ruder in die Hand nehmen und weiter meinen schweren Weg der 100 kg Abnahme heraus aus dem adipösen Leben gehen. In den letzten Tagen wurde ich mir wieder meines Handlungsradius bewusst und habe wieder Tagebuch für die Ernährung geführt. Ich werde mich jetzt nach 3 Monaten auch wieder auf die Waage stellen müssen, noch habe ich das nicht getan aber noch ist mir das Gewicht auch noch nicht so wichtig. Erstmal essen und leben, bzw. wieder vernünftig essen und vernünftig leben. Das Bild ist übrigens eine Aufnahme von meinem Freund Martin. Ich war mal wieder mit ihm Fahrradfahren auf einer Strecke an der Fulda entlang. Als er das Bild aufnahm war Jessie schon erkrankt aber da wusste ich von dem Schicksal noch nichts. Ich war mit ihm eine Strecke gefahren, die ich zuvor mit Jessie und ihrem Freund Jens fuhr. Es war eine schöne Tour, mit viel Sonne, vor einem Jahr mit Jessie und Jens, und letztes Wochenende mit Martin.

Jessie-dog

Letzte Woche hat es mich eiskalt erwischt. Der Tag begann mit einem interessanten Uni-Seminar zur Kommunikation, anschließend war Kino angesagt und wir sahen den Film „Berlin Rebell High“. Ich hatte bis dahin einen guten Tag und war voller positiver Gefühle. Dann erreichte mich eine SMS-Nachricht von dem Partner einer sehr guten Freundin, vielleicht sogar meiner besten Freundin, der Inhalt: Jessie habe einen schweren Schlaganfall gehabt, es stehe nicht gut um ihr, ihr Zustand äußerst kritisch, keine Aussicht auf Genesung. Es war ein Dienstag aber das war egal, der Tag war für mich gelaufen und es war noch lange nicht Abend. Später war ich im Krankenhaus und habe Jessie besucht, sie lag auf der Intensivstation der Neurologie. Das Kopfteil war aufgerichtet, ein Pflaster am Kopf mit Schlauch und im Mundwinkel der Schlauch vom Beatmungsgerät. Ihre Hände waren auf Kissen gestützt, in das Nachthemd führten Schläuche rein, die entweder an Beutel angeschlossen waren, die über dem Bett hingen oder an Beutel, die am Bettrahmen hingen. Sie so zu sehen verschlug mir die Sprache. Jessie ist 33 Jahre alt. Jessie wird sich nicht mehr erholen, sie wird sterben und darum wird sie auch nur noch beatmet und bekommt Morphium, damit sie keinen Schmerzen hat, – und auch keinen Stress.

Jessie und ich lernten uns beim Tanzen kennen, wir waren beide im Single-Kurs angemeldet. Nachdem Fortgeschrittenen-Kurs wollte sie nicht weiter tanzen, die Anfangsbegeisterung war bei ihr verflogen. Wir blieben weiter in Kontakt und trafen uns ganz regelmäßig zum Mittagessen in der Mensa, auch mal zu Tanzpartys, zum Radfahren und sehr gerne zum Theater. Unsere Mittagstische in der Mensa waren genial und endeten fast immer erst im späten Nachmittag. Ein Gesprächsthema gab es immer und das erste Gespräch begann während einer Rumba etwa so: Ich zählte die Schrittfolge und sie sagte: „Du tanzt gut!“ Ich antwortete: „Ja das mit den Schrittzählen habe ich ja eigentlich nicht nötig, ich will damit nur die physische Nähe zu den Tanzpartnerinnen kompensieren und Abstand zur Situation gewinnen!“ Wir kamen ins Gespräch und sie glich die Aussage direkt mit psychologische Krankheitsbilder ab, klärte auf, dass sie Psychologie studiere ihrerseits und ich meinerseits, dass ich eine ziemlich kranke aber interessante Seele habe. Alles von Anfang an immer mit einem Dauerzwinkern im Auge und einem ironischen Singen in der Stimme. Das Eis war sofort gebrochen. Aus dieser Bekanntschaft entwickelte sich Freundschaft. Ich habe bisher nur sehr wenige Menschen kennengelernt, die zur selben Zeit so ehrlich und doch so sensibel sein konnten. Eine Gemeinsamkeit war die Vorliebe für das Beobachten anderer Tanzpaare während der Partys und Kurse oder später in der Mensa. Allerdings war das nur zweitrangig, wir standen im regen Austausch über tagtägliche Gedanken und Ideen. Sie war als rheinische Frohnatur total inspirierend für mich. Ich erinnere mich immer noch wie sie bei einem Sporttag einmal einfach loslief und an der Wand der Turnhalle irgendwelche Kopfstände machte und wie aus dem nichts dann zur Matte auf der anderen Seite lief und irgendwelche Saltos machte, ein Energiebündel! Als dann ihre Oma starb, die außer ihrer Mutter noch der einzig übriggebliebene Teil Ihrer Familie war, redeten wir viel über Familie und Freundschaft und unsere Gespräche bekamen eine philosophische Komponente. Es ging irgendwie weiter und bald schon machte sie aus der Not eine Tugend und bastelte ein Kostüm aus den Elektroschrott, den sie mit ihrer Mutter aus dem Haus der Oma aussortierte. Themenpartys waren ihr Hobby und sie nannte die Kreation ein technisches Wunder.

Dankbar bin ich für die Freundschaft mit Jessie. Die wichtigste Sache die ich mitnehme ist, dass man sich niemals für seine Gefühle schämen soll, sondern Gefühle immer eine Berechtigung haben. Wir kommunizieren ständig und die emotionale Komponente macht den Löwenteil aus. Hin und wieder erzählte sie von der Arbeit und den Gesprächen, die sie mit Patienten führen musste. Ihr Job als Psychologin verbannte die eigenen Gefühle in diesen Sitzungen. Es war immer lustig, wenn sie von ihrem Schreibtisch Senngarten erzählte und sie je nach Gespräch ein anderes Muster in den Sand rechte. Sie arbeitete in einer Psychiatrie ähnlichen Klinik für u.a. Essstörungen, sie hatte viele Patienten mit einer Essstörung. Aber darum ging es eigentlich nie, wir kamen oft auf Themen wie Glück, Freude, Spaß und was es für uns selbst bedeutet. Wachsamkeit auf sich selbst, in sich zu schauen, bevor man um sich schaut ist wichtig. Ich wünsche mir, dass ich einen Teil Ihrer Ansichten nicht vergesse.

Der Jess-dog, wie ich sie gerne nannte, hätte sicherlich auch in dieser Situation irgendetwas positives gesagt. Es ist rein spekulativ aber als ich mit einem Kloß im Hals vor ihrem Bett stand, sie in ihrem Nachthemd sah, da konnte ich nichts mehr denken. Ich fühlte ihre Hand und ihren Arm, sie war ganz warm und man sah ihr Herz schlagen. Ich gab ihr zum Abschied die Bro-Faust und denke im Nachhinein sie könnte jetzt sowas sagen wie: Ich bin seit einer Woche auf Morphium, was ist dein Sedativum? -Bier? -Wodka? -Schnaps? Gefällt dir eines nicht, dann kannst du auch mehrere haben! Ich glaube so mache ich das heute Abend, ich werde ein Bier trinken, auf Jessie ein Bier beim Tanzen.

#113

Kaum sind zwei Wochen gut im Diättechnischem gelaufen, gibt es auch schon den ersten Rückschlag. In dieser Woche habe ich leicht zugenommen. Ich hatte Geburtstag und keine Kalorien gezählt. An den Folgetagen gelang mir der Wiedereingliederung nur bedingt. Dieses Protokoll zur Ernährung zu führen scheint dann unsinnig und auch das Begrenzen der Essenszufuhr zumindest für diesen Moment unnütz, ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen…

Diese Zwickmühle ist natürlich extrem ungesund und die Denkweise völlig krank. Von der Theorie her weiß ich das aber in diesen Momenten bin ich einfach zu schwach um daran zu denken. Der Mensch ist nicht schlecht, manchmal ist der Mensch aber schwach. Das sind meine Momente der Schwäche.

#111

Am heutigen Tag habe ich zum einhundertelften Mal mein Gewicht gewogen und in die Statistik eingetragen. Es ging in den vergangenen 111 Wochen nicht immer abwärts, es gab auch Stillstände und Zunahmen. Die Stillstände gehören im Rahmen von einem langfristigen Abnehmprojekt dazu. Ein zehnwöchiger Stilstand, gefolgt von einer zehnwöchigen Zunahme wiederum gefolgt von einem zehnwöchigen Stilstand gehört dagegen eher nicht zum Rahmen eines langfristigen Abnehmprojekts, sind bei mir allerdings genauso eingetreten. Nun ist das Leben nicht immer planbar und dieses Abnehmprojekt nur mal ein Teil des Lebens. Gut, dass ich trotz Krise den Überblick nicht völlig verloren habe.

In der letzten Woche gelang es mir bereits wieder an den meisten Tagen meine Diät einzuhalten. Außerdem habe ich allem Mut zusammengenommen und Nägel mit Köpfen gemacht: Ich habe mich endlich an der Uni umgeschrieben und bin jetzt ganz offiziell Doppelstudent der Elektrotechnik und der Berufspädagogik. Wobei die Berufspädagogik meinem bisherigen Studium gar nicht fremd ist. Das Kernfach ist Elektrotechnik und das Zweitfach Politik / Wirtschaft. Die Mathematik konnte in mir keinen neuen Studenten im Zweitfach finden. Ich brauche einfach etwas was meine Interessen und Neigungen näher ist. Demnächst wird es wohl alles sehr schnell gehen. Das kommende Semester dient bereits der pädagogischen Vertiefung, um mich auf die Schulpraktischen Studien vorzubereiten.

Meine Eltern und mein näheres Umfeld finden meinen Plan Lehrer zu werden gut und denken sogar es steht mir besser als Ingenieur zu sein. In den letzten Wochen habe ich immer das Gefühl mit mir herumgetragen, dass diese Entscheidung / dieser Umstieg etwas spät kommt. Allerdings gab es eher positives Feedback dazu und das freute mich sehr! Nun ist mein weiterer Weg seit Rausschmiss bei Volkswagen wieder klar und statt Desillusion gibt es wieder eine Perspektive, eine ziemlich GEILE Perspektive.

​Essen im Internet


Im Moment steht mir nicht so der Sinn nach Abnehmen. Ich weiß natürlich um meine Erfolge, die ich nicht gefährden will und ich weiß auch, dass ich es nötig habe noch weiter abzunehmen, allerdings passt die Geisteshaltung gerade nicht so gut zum langfristigen Plan der Abnahme. In letzter Zeit habe ich keine Lust mehr auf diese Herausforderung zu allen drei Mahlzeiten genau zu schauen, was ich denn esse und zwischen den Mahlzeiten bin ich auch müde geworden zu kontrollieren, dass ich nichts esse. 
In den letzten Monaten ist das Essen wieder zur Nebentätigkeit verkommen, ich nehme mir dafür keine Zeit mehr. Allzu oft esse ich mittags lieber ein Brötchen, bzw. 2 oder 3 davon, genauso wie morgens und abends, dabei wäre es so wichtig wieder das Mittagessen zu schätzen und fest in meinem Zeitplan zu verankern, es wäre mit Sicherheit zufriedenstellender als der jetzige Zustand. Statt meine Kollegen zum Essen einzusammeln bleibe ich am Schreibtisch faul, bewegungslos und schiebe mir nebenläufig die beschriebenen Brötchen rein, während ich im Internet surfe. Ich habe ein Problem, ich habe eine einfältige Ernährung und ich tue nichts dagegen, es hängt  mir nämlich nicht zum Hals heraus,  die Brötchen, mir hängt die Kontrolle und die Reflexion der Ernährung zum Hals raus, man liest es in diesem Blog, jetzt und davor ahnte man es.

Ich hänge in einem Netz und esse, vorher sah ich mich in einem Strudel wirbelnd und hilflos, kontrolllos beim Essen. In so fern ein echter Fortschritt, vergleicht man heute und damals. Das Internet hat auf alle gesellschaftlichen Bereiche einen großen Einfluss, so auch auf das Essen wie in positiver Weise auch in negativer. Rezepte und Ideen lassen sich ganz schnell in die eigene Ernährung adaptieren, die Inspiration ist groß egal ob man nach einen normalen Essen sucht oder nach spezielleren Rezepten für bestimmte Ernährungsformen. Auf der anderen Seite ist aber auch das Essen während man sich ein YouTube Video ansieht und statt der Kommunikation und dem Teilen des Essen maximal das Bild vom Essen auf Instagram teilt. Ein weiteres interessantes Phänomen, manchmal fragt man sich schon ob das Aussehen oder der Inhalt der Mahlzeit wichtiger ist….

Ich glaube die positiven und negativen Aspekte heben sich auf, wenn nicht sogar die positiven überwiegen. Es ist wie mit dem Fernsehen oder den Büchern auch hier ist der Umgang mit dem Medium, welcher geübt sein muss. Aber eigentlich sehe ich das Problem gar nicht so sehr in meinem Surfen im Internet während des Essen. Es sind viel mehr die neuen Gewohnheiten, das späte nach Hause kommen, die Unregelmäßigkeiten, die ein viel größeres Problem darstellen. Als ich zu Beginn meiner Diät jedes Mal die Leute zum Essen zusammen trommelte war das wie ein Ritual, welches mich auf das Essen einstimmte. Nach der Portion in der Mensa noch auf die anderen zu warten, bis auch sie aufgegessen hatten war wichtig um nicht über den Hunger hinaus zu essen. Außerdem verlangte das eine gewisse Regelmäßigkeit. Dieser bekannte Satz alleine essen macht dick hat eine vielschichtige Wahrheit, zumindest in meinem Leben.