Die HelfER

Schon mal über die eigenen Stärken nachgedacht? Viele Menschen die ich nach Ihren Stärken frage neigen dazu verlegen zu antworten. Eigene Schwächen können die meisten auf Anhieb finden, aber was kannst du richtig gut?

Ich bin gut darin zu reden und bin motivierend, sagen meine Freunde – ich sage das auch! Ich bin kein bescheidener Mensch und vor allem will ich auch nicht bescheiden sein. Jeden einzelnen Mann und jede einzelne Frau betrachte ich als ganz besonders, mir liegt es fern zu sagen: „… ist auch nur ein Mensch!“ Nein diese Redewendung mochte ich noch nie leiden.

Diese Stärke, meine positive Selbstdarstellung gelingt mir in vielen, fast allen Lebensbereichen, nur wenn es um meinen Körper und um mein Übergewicht geht, da krempele ich mich komplett um und werde von extrovertiert zu introvertiert, von amüsant zu dramatisch. Aus diesem Grund habe ich mit dem Blog begonnen: Ich will meinen Körper so wie der IST-Zustand ist annehmen und mich einem bestimmten SOLL-Zustand nähern. Über mich und meinen Körper zu reden will ich üben.

Es sagen gerade Fettleibige immer es sei so schwierig den Blicken in der Öffentlichkeit zu ertragen. In Wirklichkeit ist das schräg angeguckt werden kein Privileg was nur den Dicken zusteht. Es gibt auch Leute ohne dicken Bauch, dafür mit Pickel auf der Nase, oder trockener Haut am Ellenbogen. Jeder mit so einem  Problem fühlt sich schnell fremden Blicken ausgesetzt. Häufig weil sie das Problem selbst am schlimmsten sehen. Mir wird nach manchen Gesprächen auch der Rat gegeben: „Übrigens, ein Bekannter meines Cousins Lebensgefährte hat mit Brigitte viel abgenommen!“ Diese Ratschläge hört man oft und gerade von den Leuten, die einem vorher nicht so blöd angeguckt haben…

… Gucken mich die Leute mal komisch an, dann mache ich einen auf Icebreaker und grüße die Leute oder lächele sie an. Oft behalte ich diese Menschen in positiver Erinnerung, weil sie dann auch irgendwas Freundliches machen. Fazit: Blicke sagen eben doch nicht mehr als tausend Worte, ja schon: Vielleicht wenn man sich gegenseitig im warmen Sommerregen in die Augen sieht, die Lippen sich berühren und der Regen von der Nasenspitze perlt, in jenen Augenblick vor dem Kuss. Sonst aber deutet man fast immer die Blicke falsch, man haftet ihnen schnell etwas Negatives an. Als Faustregel gilt je größer der Komplex, desto negativer werden Blicke bewertet. Polizisten schauen angeblich auf die Hände des gegenüber weil: „Im Gesicht siehst du nicht, ob sie dir die Faust ins Gesicht schlagen oder eine Waffe ziehen!“

Letzte Woche guckte mich eine ältere Frau an, ich empfand den Blick natürlich auch als einen wehleidigen Blick, ich lächelte sie trotzdem an und beim Verlassen des Zuges sagte sie zu ihrem Mann: „Der große Mann dort hat bezaubernde Grübchen wenn er lacht!“

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2 Gedanken zu “Die HelfER

  1. Idgie 30. März 2015 / 10:21

    Du schreibst echt tolle Sachen hier. Das bringt mich zum Nachdenken, und zwar über die wichtigen Dinge mich selbst betreffend. Auch ich interpretiere jeden längeren Blick zu mir als negativ, und wenn andere es wagen zu lachen, dann garantiert über mich. Da nützt es auch nichts, wenn ich mir sage, dass die sich gerade über was ganz anderes amüsieren, so wichtig bin ich nicht.
    Aber ich habe mehrere schlanke bzw. viel dünnere Freundinnen, die mich so nehmen, wie ich bin und mich immer wieder bestärken. Von ihnen habe ich erfahren, dass sie gar nicht auf die Figur achten, wenn sie jemanden auf der Straßen sehen. Tja, aber das Gefühl blieb/bleibt (noch) bei mir trotzdem.

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