Kaufrausch

Der technische Fortschritt ist kaum aufzuhalten. Durch die Vereinfachung und Optimierung der Herstellungsverfahren ist es möglich das gleiche Produktvolumen mit geringerem Aufwand herzustellen. Faktisch nutzt man die Vereinfachung der Herstellungsverfahren um bei gleichem Aufwand mehr zu produzieren.

Für den produzierten Überschuss braucht es einen Bedarf, der beim Konsument geweckt werden muss. Anstatt mit Wachstumsfaktoren um mich zu werfen beziehe ich mich lieber auf bildhafte Beispiele: Hatte man vor 20 Jahren ein Telefon pro Haushalt, sind es heute über 3 Telefone pro Haushalt.(nach: statistischen Bundesamt) Diese große Verfügbarkeit und die (psychologische) Obsoleszenz machen, dass wir über Neuanschaffungen nachdenken, lange bevor die Geräte kaputt sind.  Schließlich löst es Glücksgefühle aus, wenn man sich etwas leisten kann.

Beim Kauf von Lebensmittel, achtet man auch auf die Angebote. Selten führen diese Angebote wirklich dazu, dass wir am Tagesende etwas gespart haben. Das Angebot führt zum Gefühl, dass man besonders vorausschauend war und vermeidlich etwas schlauer als die Anderen gekauft hat. Diese Klugheit belohnen wir mit dem Kauf einer anderen Sache. Der Bedarf ist somit geweckt und die Strategie geht auf.

Besonders verhängnisvoll sind für mich die sogenannten Vorteilspackungen. Ich rede nicht vom Waschpulver sondern den Gummibären oder Tafeln Schokolade. Aber auch beim Fleisch wird durch eine Reduzierung des Kaufpreises dafür gesorgt, dass mehr davon konsumiert wird und am Ende des Tages wundert man sich: Wohin ist das ganze Geld?

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6 Gedanken zu “Kaufrausch

  1. Frau Nuss 18. März 2015 / 12:35

    Schön geschrieben, gefällt mir gut 🙂
    Vorteilspackungen lasse ich links liegen, meist sind die Mengen so konzipiert, dass ich den wirklichen Vorteil für mich nicht erkennen kann, da Alles und Jedes zu jeder Zeit verfügbar ist und ein vermeintliches Angebot das Nächste jagt.
    Prospekte und Kataloge überfliege ich nur flüchtig, was ich nicht sehe, will ich nicht haben 🙂
    Barzahlung bevorzugt! Ein 50ger hat für mich mehr Wert als mal schnell die Pin eingeben, der Preis einer
    Ware ist mir dadurch präsenter.

    Gefällt 1 Person

    • close100 18. März 2015 / 14:05

      Genau so sehe ich das auch. Um die Ausgaben noch präsenter zu haben führe ich sogar ein Haushaltsbuch, worüber ich bereits geschrieben habe.

      Gefällt mir

  2. Halbaer 19. März 2015 / 0:10

    Mein Tipp: Sämtlich Angebots-Blättchen einfach ignorieren. War noch vor ein paar Jahren ein ausgefuchster Schnäppchenjäger und habe sie alle studiert. Das Ergebnis davon war, dass ich zwar vielleicht da und dort ein paar Cent gespart habe, dafür dann aber auch auch Sachen in meinem Einkaufswagen landeten, die ich normalerweise nicht gekauft hätte.
    Inzwischen kaufe ich ausschließlich das was ich brauche. Wenn zufällig etwas davon im Angebot ist, freut mich das natürlich, aber ich lege keinen gesteigerten Wert mehr drauf.
    Großpackungen Süßigkeiten finde ich ok. Allerdings wiege ich mir den Süßkram auch in nem Schüsselchen ab. Die Packung geht dann gleich wieder in den Schrank. So komme ich nicht in die Versuchung mehr zu essen und habe zeitgleich einen Überblick, was ich mir da kalorienmäßig reingepfiffen hab.

    Gefällt 2 Personen

    • close100 19. März 2015 / 7:42

      Das scheint mir die einzig vernünftige Handhabung zu sein.

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