Glücklich-sein

Ich stand mit meinem Fotoapparat am Anfang einer Startbahn. Ein mindestens zwei Meter hoher, engmaschiger Zaun mit Tor zog sich zwischen mich und der Bahn. Ich überlegte mir durch die Zaunmaschen zu fotografieren oder ob ich die Kamera hoch genug halten könne, stellte ich mich auf die Zehenspitzen… Plötzlich kam ein Auto mit Flughafenbediensteter des Weges und ich stellte mich darauf ein, davon gejagt zu werden. Eine Frau stieg aus dem Bus, schloss das Tor auf. Schließlich durfte ich durch das geöffnete Tor die Startbahn herunter fotografieren. Im Moment als ich die Kamera ansetzte schob sich eine Wolke von der Sonne. Ich sah durch meinen Sucher wie die Wolkenformation über und die Markierungspfeile auf der Bahn hell erstrahlten. Ich schoss schließlich meine Fotos und sprang vor Freude in die Luft und tänzelte auf der Stelle. Ich wusste: Das ist das ganz große Ding, in diesem Moment hat alles gepasst!

Das Glück bedingt kein Talent oder Zutun vom Beglückten. Dennoch gibt es Menschen in ständiger Warteschleife zum großen Glück. Für diese Menschen ist das Glück im Konjunktiv und bleibt dort selbst im günstigen Fall. Ihr zu Hause ist das Gefühl der vorausschauenden Anteilnahme.

An einen schlanken Körper koppelte ich mein Glück und sämtliche Hoffnungen. Die Fähigkeit zum Glück liegt nicht in einem schlanken Körper oder im Konsum von Produkten. Ich glaube das einzige was man für sein Glück tun kann ist: Sich und seine Umwelt bejahen. Alles andere wäre Erfolg.

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3 Gedanken zu “Glücklich-sein

  1. Michael schomberg 18. April 2015 / 19:55

    hat philsophische Züge, wie definiere ich Glück, eine Momentaufnahme, etwas abstraktes, oder einfach Glück gehabt, im richtigen moment auf der richtigen position gestanden zu haben, Glück ist was ???

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  2. Michael schomberg 18. April 2015 / 20:00

    Kann man seine auch schreckliche Umwelt bejahen, akzeptieren vielleicht, bejahen wohl kaum, akzeptieren auch nicht auf dauer, wenn man besserung wünscht, wer sieht fühlt schon gerne Elend, außer der selbst im Elend steckt, denn geteiltes Elend7Leid, ist halbes Elend/Leid.

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    • close100 19. April 2015 / 9:31

      Beim Schreiben von diesem Artikel habe ich mich nicht am Elend oder Leid orientiert. Ich wollte einfach beschreiben, dass es glückliche Momente gibt, die genau dann nicht mehr gefühlt werden können, wenn man genau diese Momente reflektiert und relativiert. Wie wir denken, fühlen wir… Soll heißen: Denken wir über den glücklichen Moment zu lange nach, wird daraus im Zweifel auch einfach nur ein Zufall in einer düsteren Welt.

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