Flashback…

Ich saß am Schreibtisch, zum Aufbruch des Heimwegs bei Tageslicht war es bereits zu spät. Am späten Nachmittag wurde es dunkel, wegen der Wolken die sich einregneten. Es war Donnerstag aber es hätte auch Freitag sein können. Es war der 30. April, der Monat beginnt mit so viel Schabernack und endet mit dem Tanz in den Mai.

Disco und Party habe ich von 18 bis 21 Jahren ausprobiert und kam nicht auf den Geschmack. Zu der Zeit fühlte ich mich einsam und unzufrieden, wollte wohl das Glück in dröhnender, lauter, vernebelter und lichtdurchfluteter Luft finden. Diese Zeit war deprimierend.

Ich verließ schließlich meinen Schreibtisch und ging lange, dunkle Gänge entlang. Fremde würden sich wohl verlaufen und von jenen Gängen eingesogen werden, dessen Tiefen zu einen Punkt streben. Im Foyer waren schon die mobilen Theken, Kühlschränke und Traversen aufgebaut. Es war ganz leer noch lange vor Einlass, während die einen aufbauen, glühen die anderen vor. Die Bodenplatten würde man in ein paar Stunden nicht mehr sehen, dicht an dicht werden die Menschen im Dunst stehen.

Mich ließ dieser Gedanke nicht los, wie oft ich dicht an dicht stand und in der Masse schaukelte. Für nur ein paar Sekunden fühlte ich damalige Gefühle und dachte für den restlichen Abend an nichts anderes. Findet man das nicht so toll, was die anderen als voll GEIL bezeichneten, stellt man sich fragen. Meistens habe ich mich von diesen Fragen abgelenkt und zwar mit einem schmerzenden, stechenden Sättigungsgefühl. Auch diesmal aß ich, aber nicht gar so viel wie damals. Nein,…

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4 Gedanken zu “Flashback…

  1. hannahbuchholz 4. Mai 2015 / 13:53

    Du bist eben ein Individuum und kein Mitläufer bei Massenveranstaltungen… ! Das ist doch gut so… !!
    Was glaubst Du, wieviele Leute einfach nur „Party“ machen, nur weil alle es machen und weil es anscheinend dazu gehört… ? Und dann hört man die „coole“ Musik, weil alle sie anscheinend gut finden…
    Ich konnte diesen Verantaltungen auch nie viel abgewinnen, die Discobesuche mit 15, 16, 17 fand ich entsetzlich öde und habe diese Art von Party dann sein lassen… Ja, wenn man sehr jung ist, meint man vielleicht, es sei ein Defizit, anders zu sein, zu denken und zu fühlen als die breite Masse, aber es ist kein Defizit… !
    Du bist halt einfach kein tumbes Herdentier… ! Zum Glück!
    Und gut, daß Du nicht in frühere Selbstberuhigungs- oder -Tröstungs – Muster zurückgefallen bist! Nicht, daß man sich nicht manchmal selbst trösten oder beruhigen müsste, das müssen wir alle, aber man kann ja auch ein schönes Lied hören oder sich etwas anderes Schönes gönnen… Dazu gibt es ein schönes Buch: „Die Frau, die im Mondschein aß“… – das könnte auch für einen Mann interessant sein, glaube ich…
    Herzlichen Gruß, Hannah

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    • close100 5. Mai 2015 / 10:26

      Danke für deine Worte! Ich finde es erstaunlich wie Gefühle aus der Vergangenheit so intensiv ins Bewusstsein treten können, auch wenn man die Sachverhalte schon abgehandelt hatte.

      Ein ganz toller Buchtipp. Ich werde mir das Buch durchlesen, die ersten Seiten fand ich schon sehr ansprechend.

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  2. hannahbuchholz 6. Mai 2015 / 10:59

    Ich finde es auch erstaunlich, wie Gefühle aus der Vergangenheit einen immer wieder einholen können… !
    Das passiert mir am laufenden Band… ! ; )
    Es freut mich sehr, daß Du das Buch interessant findest – ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen, aber dieses hier fand ich besonder gut… ! Herzliche Grüße, Hannah

    Gefällt 1 Person

  3. Michael schomberg 10. Mai 2015 / 12:56

    Hallo, christian, es gehört Mut dazu, ehrlich mit sich selbst umzugehen, daß Du schreibst, wie Du in der Masse schaukeltest, das kann positiv, wie negativ gemeint sein, danach fängst du an, zu essen, nachdem Dich das Bild nicht mehr losgelassen hat.
    Ich sehe das so :
    Tanzen kann sehr schön sein, mit der menge schwingen auch, trinken, solange man in maßen trinkt auch, dazugehörig sollte man sich fühlen, dazugehörig, Abweichung sorgt für Unsicherheit, sich einzureden, wie manche das tun, das sei tumb und nicht jedermann,s Sache kann auch Ausweichen sein für das sich nicht eingestehen wollen , daß man sich n i c h t d a z u g e h ö r i g f ü h l t.
    Alles Gute,
    Michael

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