Tanzen || Radfahren = Vergleich

Der Tanz gehört längst zu meinen Lieblingsbewegungsarten. Das Radfahren ist zwar unangefochten auf dem ersten Platz, Tanzen folgt dem und hält gut Schritt. Diese beiden Sportarten mag ich, weil sie mir das Gefühl von gesellschaftlicher Teilhabe geben. Beim Radfahren verstehe ich es so, dass man an den sonnigen Tagen sich auf Wegen befindet, wo die Menschen sich in ihrer Freizeit begegnen. Vor zwei Jahren kombinierte ich Freizeit immer mit Essen, was mich sehr ausgrenzte. Beim Tanzen stehe ich mitten im Saal, anstatt nur am Rand, ich nehme aktiv teil, als dass ich passiv etwas geschehen lasse. Ein weiterer Nenner ist die Schönheit der Bewegungen beim Radfahren und beim Tanzen.

Die Schönheiten der Bewegungen sind nicht direkt ab Anfang da. Die ersten 2.000 km fühlte ich mich auf dem Fahrrad komplett unbeholfen und war so aufs Gleichgewichthalten, Verkehrsteilnehmer, etc konzentriert, dass es häufiger zu Fahrfehlern kam. Das Tanzen ist ähnlich, bloß keine anderen Tanzpaare wegrammen, der Frau nicht auf oder schlimmer vor die Füße treten, nicht vollschwitzen, nicht falsch berühren, die klassischen Sorgen und dabei immer die Schritte im Kopf behalten. Nur die Grundschritte aber bei 8 Tänzen als Neuling schwierig.

Mit der Übung kommt dann auch in beiden Sportarten die Sicherheit. Der Körper stellt sich aufs Radfahren ein und macht fast alle Bewegungen selbstständig, sodass man gar nicht mehr darüber nachdenken muss. So ist es auch bei der Grundschrittfolge beim Tanzen. Man beginnt über die Feinheiten nachzudenken, dem runden Tritt beim Radfahren oder die Führung im Tanz zu übernehmen und lenkt auch beide Sachen nach Gefühl, der Verstand nimmt sich zurück, in dem Moment wird eine Bewegung schön, ungezwungen und locker. Die Anspannung beim Tanzen ist längst verschwunden und es wird unheimlich viel gelacht, insbesondere über die Fehltritte.

Auf den Tanzpartys finde ich es besonders schön, wenn sich Paare bilden, die noch nie gemeinsam in einem Saal getanzt haben. Dann beginnt der Tanz auch mal mit dem falschen Fuß in der falschen Richtung und es folgt die Verhandlung (manchmal nonverbal) wer denn nun richtig geschritten ist. Beim Tanzen liegt die Schönheit nicht in der perfekten Einhaltung der Schrittfolgen sondern viel mehr in der Verständigung zwischen den Tanzpartnern.

 

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