Verrückt ernähren

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Die Zeiten von: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“, sind vorbei. Die Ernährung ist etwas Individuelles geworden, genauso wie die Kleidermoden. Ständig versprechen Ernährungsberaterinnen und Diäten den potenziellen Anwender eine Ernährung nach den neusten, wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese wissenschaftlichen Weisheiten wandeln sich mit der Zeit, sie sind nicht statisch, sondern dynamisch. Ein gutes Beispiel dafür ist das Fett, es galt pauschal als ungesunder Dickmacher, eigentlich logisch, hat es doch die höchste Energiedichte, inzwischen unterscheidet man aber in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren… Einige meinen auch sie müssen Kohlenhydrate oder Zucker vermeiden, setzen auf steinzeitliche Ernährung, die nächsten vermeiden Gluten andere essen vegetarisch und schon dem nächsten geht das nicht weit genug und nennt sich Veganer. Fakt: Essen ist mehr als bloße Energieaufnahme, essen ist Statement! Gottseidank haben wir in Deutschland die Kohlsuppe überwunden, aber muss man sich bei dieser Gestaltungsfrage so verrückt machen?

Es bringt nichts, sich gegen bestimmte Lebensmittel zu stellen. Die Frage ist nach der Motivation, mit der ein Programm durchgezogen wird und diese entscheidet auch über die Nachhaltigkeit. Häufig ist es einfach nur Neugierde oder der Wunsch nach Veränderung und man merkt förmlich wie die Betroffenen mit übertriebener Disziplin/Öffentlichkeitsarbeit versuchen an dieser Form der Ernährung festzuhalten und sie zu verteidigen. Sie erzählen dann mit aufgesetzter Gefälligkeit was sie tun, so als sei es ein Verdienst. Ich habe die letzten beiden Wochen bewusst auf Cola verzichtet. Es war übrigens das erste Mal, dass ich auf ein bestimmtes Lebensmittel verzichtet habe! Das eigentlich peinliche bei den ganzen Ernährungs-Statements ist ja, dass hier Unterscheidungs- mit Qualitätsmerkmale verwechselt, vertauscht wird.

Im Moment ist das ein total geiles Gefühl immer von meinen Mitmenschen auf meine Erfolge angesprochen zu werden. Für diesen Erfolg gibt es aber kein Geheimnis, kein genereller Verzicht, allerdings gibt es ein Ritus. Ich bete nicht vor dem Essen aber nachdem ich eine Portion gegessen habe, da frage ich mich innerlich selber in immer genau diesen einen Wortlaut: „Christian, durch was willst du dich bei dieser Mahlzeit auszeichnen?“ DURCH MÄßIGUNG!  Dann prüfe ich, ob Mäßigung heißt aufzuhören oder noch eine Portion zu essen.

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