Hausaufgabe: Benimmregeln lernen

Das reguläre Tanzprogramm meiner Tanzschule geht zwar erst in drei Wochen wieder los, aber in der letzten Woche hat das Sommerferienprogramm begonnen, so kommen wir nicht völlig aus der Übung.  Ich habe mich zu einem Disco Fox Kurs angemeldet und dafür eine fabelhafte Tanzpartnerin gewinnen können, die bereits einige Kursstufen fortgeschritten ist.  In irgendeinen Zusammenhang, viel dann der Spruch: „Ich bin ja schließlich 15 Jahre älter als du!“, ich erwiderte: „Wenn das reicht…“, doch dann geriet der Tanz völlig ins Stocken.  Die Antwort war wohl nicht so gut, die Ironie wurde trotzdem noch erkannt.

Das Ziel ist nun klar, die Antworten müssen korrekter werden. Mir wurde gespiegelt, dass man auf ein Lob nicht einfach „Ja, ich weiß!“, antwortet sondern sich dafür bedankt und vielleicht auch mal was Nettes erwidert. Eigentlich ist diese Antwort „Ja, ich weiß!“, nicht arrogant gemeint, mir fällt es schwer Lob anzunehmen und mir fehlt auch die Selbsterkenntnis: „Ja ich kann ZUFRIEDEN sein“ Perfektion ist überbewertet, wichtiger ist die Anerkennung eigener Leistungen. Auch lernen meine Bewunderung für die Leistung anderer zum Ausdruck zu bringen, also auch mal ein Lob vergeben.

Im Nachhinein ist mir klar, dass besagte Tanzpartnerin ihren Spruch nicht bestätigt wissen wollte, sondern ihr etwas Nettes, Ironie freies besser gefallen hätte. Ich muss wohl an meinem Benehmen arbeiten, weniger Ironie, weniger Sarkasmus,…

Vom fiesen Fettsack zum Charmeur und dabei das Lob für alle Zwischenschritte dankend annehmen. Wobei: Ich mag den fiesen Fettsack aus Austin Powers ziemlich gerne. 

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2 Gedanken zu “Hausaufgabe: Benimmregeln lernen

  1. I. 17. August 2016 / 6:24

    Ich musste das mit dem Lob richtig annehmen und aussprechen auch erst lernen. Früher habe ich meist nur gelächelt und das Gelobte runtergespielt. Heute bedanke ich mich und es freut mich auch dadurch viel mehr. Stärkt das Selbstwertgefühl.

    Beim Lobverteilen beschränkte ich mich damals auf Taten meiner Mitmenschen. Irgendwann begann ich dann auch einfach Ist-Zustände, also Kleidung, Frisur, Schmuck, Schuhe usw. zu loben. Nicht wahrlos und auch nur, wenn es mir wirklich gefällt. Wenn mein Gegenüber dann strahlt, fühle auch ich mich richtig gut.

    Schon komisch, was anderen so leicht zu fallen scheint, ist für einige eine Hürde. Ich habe damals auch lange Zeit gebraucht, überhaupt die Worte „Ich liebe dich“ auszusprechen. Denken konnte ich es, aber laut sagen nicht. Daheim bei meinen Eltern fiel das Wort Liebe gar nicht, wahrscheinlich lag meine Scheu auch darin begründet. (Ich hoffe, ich habe das bei meinem Sohn besser gemacht ;))

    Zur Ironie: Ich glaube, die kommt schon meistens gut an, allerdings wohl erst, wenn man sich ein wenig besser kennt. Latent schwebt ja bei sarkastischen Bemerkungen auch immer etwas Wahrheit mit, und die kann einem schnell übel genommen werden. Und beim Alter kennen die meisten Frauen ja kein Pardon …

    Viele Grüße, Idgie

    Gefällt 2 Personen

  2. Paninero 17. August 2016 / 6:55

    Lob anzunehmen muss man lernen, das stimmt. Dann klappt das auch mit den Antworten besser.

    Wegen Deines Eintrags, Christian, erinnere ich mich an meinen Tanzkurs. Als ich mit 15 die Tanzschule absolvierte, gehörten Benimmregeln mit dazu (im „fortgeschrittenen“ Alter wäre das wohl etwas albern). Ich erinnere mich noch, dass Mädchen mit Rock oder Kleid in der Tanzschule erscheinen sollten und Jungs (die waren dann schon 16, 17) in Anzughose. Jeans waren verboten wie auch Turnschuhe. Es mussten Pumps und elegante Herrenschuhe sein. Hach, wie verkrampft das damals war! Aber der Abschlussball hat Spaß gemacht und wir haben tatsächlich etwas gelernt. 😉

    Gefällt 1 Person

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